Start Herbst 2026 5 Module 4 Online-Abendmodule
Curriculum

Supervisionsausbildung - Tiroler Institut für Supervision

Die Ausbildung qualifiziert zur professionellen Durchführung von Einzel-, Team- und Gruppensupervision mit klarem Fokus auf Kontraktarbeit, Prozesssteuerung, methodischer Sicherheit und supervisorischer Haltung.

Ziel und Profil

Kompetenzaufbau mit Praxisfokus

Inhaltlich orientiert sich das Curriculum an bewährten Lehrgangslogiken mit Praxisanteil, Peer-Groups, Selbststudium und Abschlussleistungen.

Absolvent:innen können nach Abschluss

  • Supervisionsaufträge klären, kontraktieren, durchführen und auswerten (inklusive sauberer Dokumentation).
  • Fälle und Dynamiken hypothesenbasiert bearbeiten (Individuum, Team, Organisation).
  • Konflikte, Widerstände und Eskalationen professionell führen und methodisch bearbeiten.
  • Die eigene Rolle (Gegenübertragung/Resonanz, Macht, Nähe und Distanz) reflektiert einsetzen.
  • Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen (Verschwiegenheit, Datenschutz, Auftragsgrenzen) sicher berücksichtigen.

Zielgruppe

  • Fachlich gut ausgebildete Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen bzw. psychosoziale Professionen mit Beratungspraxis.
  • Kolleg:innen, die bereits supervisorisch tätig sind und ihr Vorgehen systematisieren, professionalisieren und dokumentierbar machen wollen.

Qualitätskriterien

  • Maximal 12 Teilnehmende mit persönlicher Begleitung.
  • Praxisnahes Lernen durch eigene Fälle, Live-Sequenzen und Feedbackschleifen.
  • Schwerpunkt auf Supervisions-Skills und Methoden sowie supervisorischer Haltung.
Format und Umfang

Präsenz, Online-Transfer und kontinuierliches Portfolio

Präsenzmodule (5 Module)

Beispielzeiten: Donnerstag 13:00-19:00 Uhr (eine Ausnahme ganztägig), Freitag 09:00-19:00 Uhr.

  • 1.-2. Oktober 2026 (Donnerstag ganztägig - Ausnahme)
  • 12.-13. November 2026
  • 10.-11. Dezember 2026
  • 28.-29. Jänner 2027
  • 25.-26. Februar 2027 (Abschluss)

Online-Abendmodule (4 Einheiten)

Zwischen den Modulen, jeweils 2 bis 2,5 Stunden pro Termin.

Zweck: Üben und Fallberatung, Methodenimpuls, Reflexion und Transfer in den Alltag.

Peer-Groups / Lerntriaden (6 Treffen)

Selbstorganisiert mit Leitfaden und fixer Dramaturgie für Verankerung, Routine und Dokumentation.

Praxisportfolio (durchgehend)

Laufende Dokumentation von Reflexion, Protokollen, Methodencheck und Lektürenotizen als Transfer- und Qualitätsnachweis.

Didaktik und Arbeitsformen

  • Kurz-Inputs mit direkter Anwendung statt isolierter Theorieblöcke.
  • Demonstrationen inklusive Live-Supervision und Live-Sequenzen.
  • Übungssequenzen, Rollenspiel und Reflecting Team.
  • Kollegiale Beratung, Fallarbeit in Triaden und strukturierte Feedbackformate.
  • Optional: Video-/Audio-Selbstreflexion und Micro-Tools für den Alltag.
Leistungsnachweise und Zertifikat

Transparente Kriterien für den Abschluss

Voraussetzungen für das Zertifikat

  • Besuch aller Module mit mindestens 80% Anwesenheit.
  • Fristgerechte Abgabe der Leistungsnachweise.

Leistungsnachweise (konkret)

  1. Dokumentierter Supervisionsprozess (anonymisiert) inklusive Kontrakt und Auswertung.
  2. Zwei schriftliche Fallvignetten (je 2-3 Seiten).
  3. Peergruppen-Log mit Kurzprotokollen.
  4. Abschluss-Fallpräsentation plus Reflexion der eigenen Rolle und Haltung.
Module im Detail

Inhalte nach Modulen

Modul 1 - Fundament: Auftrag, Kontrakt, Prozess

Ziel: Verstehen, was Supervision bedeutet. Wie richten unseren Blick auf Haltung und Rollen. In welchem Setting findet Supervision statt und wie gestaltet sich der Prozess?

Kerninhalte: Wir arbeiten beim Start im Lehrgang sehr bewusst an unserem Rollenverständnis und daran, wann wir einen Auftrag erhalten. Welche Bedeutung hat der Auftrag zur Supervision für den Supervisanden und für den Supervisor? Welche Haltung verfolgen wir und wo unterscheidet sich die Supervision von der Beratung? Beleuchtet werden auch Elemente der Kontrakt-Erstellung. Was ist das und wie setzen wir das ein? Wir erarbeiten im Modul 1 zudem den Prozess uns skizzieren einen idealtyptischen Supervisions-Prozess und diskutieren über diese Logik.

Transferauftrag (Portfolio): Eigenes Kontrakt-Template plus Reflexionsseite zur Qualität von Auftragsklärung, Rollenverständnis und eigener Haltung.

Modul 2 - Organisation, Leitung, Ethik

Ziel: Organisationen als Systeme verstehen, Auftraggeberlogiken berücksichtigen und ethisch sauber arbeiten.

Kerninhalte: Organisations- und Leitungslogiken, Positionierung zwischen Person-Team-Organisation, Nebenfolgen von Supervision, Loyalitäten, Grenzen und Vertraulichkeit.

Modelle/Referenzrahmen: Organisationskultur-/Systemmodelle sowie ethische Leitlinien und rechtliche Basisthemen (Verschwiegenheit/Datenschutz).

Praxis: Rollenspiel zur Auftragsklärung mit Leitung im Raum sowie Ethik-Dilemmafälle mit Entscheidungswegen und Dokumentationspraxis.

Transferauftrag (Portfolio): Fallvignette #2 (2-3 Seiten) mit Organisationskontext und supervisorischer Positionierung.

Modul 3 - Teams, Konflikte, Gruppendynamik, Mobbing

Ziel: Teamprozesse lesen und Konfliktfelder supervisorisch bearbeiten können.

Kerninhalte: Teamphasen und Rollen, gruppendynamische Muster, Konfliktarbeit im Teamsetting, Steuerung von Beteiligung und Schutz, Kriterien bei Mobbing.

Modelle/Referenzrahmen: Teamphasenmodelle, Konflikt- und Eskalationsmodelle, gruppendynamische Grundannahmen als Beobachtungsfolie.

Praxis: Simulation "Team in Konflikt" mit Muster-Codierung sowie Reflecting-Team-Sequenzen mit transparenter Hypothesenarbeit.

Transferauftrag (Portfolio): Peergruppen-Log #1-#2 plus Reflexionsseite zur eigenen Dynamik-Wahrnehmung.

Modul 4 - Fallarbeit und Methodenkoffer

Ziel: Fälle strukturiert analysieren und Interventionen sauber ableiten - ohne Aktionismus.

Kerninhalte: Fallstruktur, Fragetechniken, Umgang mit Widerständen, Interventionsdesign und brauchbare Dokumentationsformen.

Modelle/Referenzrahmen: Systemische Hypothesenarbeit, Arbeitsbündnis/Allianz sowie Rollen- und Auftragsanalyse.

Praxis: Kleingruppenarbeit vom Fall über Hypothesen zur Intervention sowie Methodenlabor mit Settingwechsel Einzel/Team.

Transferauftrag (Portfolio): Fallvignette #1 (2-3 Seiten) mit Ausgangslage, Hypothesen, Intervention und Auswertungsidee.

Modul 5 - Integration und Transfer: Abschlusskolloquium

Ziel: Eigenes supervisorisches Profil klar, reflektiert, begründet und umsetzbar darstellen.

Kerninhalte: Persönliches Vorgehensmodell, Methodenpassung und Haltung, Qualitätssicherung durch Auswertung/Follow-up sowie Professionalisierung durch Netzwerk und Peer-Setting.

Praxis/Abschlussformat: Abschluss-Fallpräsentationen mit strukturiertem Feedback zu Auftrag, Analyse, Intervention, Prozesssteuerung, Auswertung, Transfer und Rollenreflexion.

Portfolio-Review: Tragfähige Praxisbestandteile sichtbar machen und Theorie in Routinen überführen.

Online-Abendmodule (4) - Eckpunkte

  1. Methodenimpuls kompakt (z.B. Kurzinterventionen, Skalierung, Hypothesencheck) plus Übungssequenz.
  2. Fallberatung als strukturierte Kurzsupervision mit Feedback auf Prozessführung.
  3. Konflikt-Microtools (Deeskalation, Struktur im Streit, Gesprächsregie) plus Transfervereinbarung.
  4. Abschlussvorbereitung mit Präsentationslogik, Fallauswahl, Kriterien und Q&A-Training.

Peer-Groups / Lerntriaden

Fixer Ablauf pro Treffen:
Anliegen -> Kontext -> Fragen/Hypothesen -> Intervention/Übung -> Commitments -> Abschluss.

Rollen rotierend:
Fallgeber:in, Supervisor:in, Beobachter:in.

Dokumentation:
Eine Seite Kurzprotokoll mit Anliegen, Hypothesen, Intervention und Transfer.